1.) Wie ist die Gemeinde kirchlich angebunden? Wann und wie hat sie sich interkulturell geöffnet?

Die Ev. Luth. Kirchengemeinde Deutschhauskirche in Würzburg ist eine Gemeinde mit 3000 Gemeindegliedern der Evang. Luth. Landeskirche von Bayern. Sie ist verantwortlich für zwei Gemeindezentren. 11% der Menschen des Dekanats Deutschhauskirche in Würzburg haben Migrationshintergrund. Seit 25 Jahren feiert eine Koreanische Gemeinde ihre wöchentlichen Gottesdienste in den Gemeinderäumen. Viermal im Jahr gestalten lettische Christen dort Gottesdienste. 2015 begann im Kirchenvorstand ein intensives Nachdenken über eine erweiterte Nutzung der zweiten Kirche zusammen mit evang. Christen anderer Sprachen. Mitarbeiter aus Gemeinde und Dekanat begannen auf Gemeinden anderer Sprachen zuzugehen. So entstanden Kontakte zu Christen mit afrikanischen, russischen, koreanischen, englisch- und spanischsprachigen Wurzeln. 2016 wurde der erste Internationale Gottesdienst mit Abendmahl gefeiert.

2.) Besteht die Gemeindeleitung aus Zugewanderten und Einheimischen?

2017 wurde die Arbeitsgruppe „Christen für die Stadt“ gebildet. Sie setzt sich zusammen aus Vertreter/Innen anderssprachiger Gemeinden, der Kirchengemeinde, des Dekanats und einer Freikirche. Das Pfarrersehepaar der Projektstelle ELKB „Interkulturell Evangelisch“ nimmt daran teil und unterstützt die Arbeit sehr hilfreich. Man trifft sich 5-6mal im Jahr und plant alle gemeinsamen Projekte. Finanziert über die Projektstelle der ELKB konnte vor kurzem eine Mitarbeiterin für Verwaltung und Organisation eingestellt werden.

3.) Wie gestaltet die Gemeinde ihre Gottesdienste und anderen Angebote interkulturell?

Einmal im Jahr wird ein großer Interkultureller Gottesdienst gefeiert. Musikalisch wird er von einem Lobpreischor aus deutschen und internationalen Mitwirkenden gestaltet, der von einem ehrenamtlichen Kantor aus Nigeria und der deutschen Leiterin eines Kirchenchores der Gemeinde geführt wird. Zusätzlich bereichert der afrikanische „Kongochor“ das Gotteslob. Die Feier ist vielsprachig und mit einem Kindergottesdienst verbunden. Ein Fest der Begegnung im nahen Gemeindezentrum mit kleinem Imbiss und Getränken schließt sich an. Inzwischen ist eine schlicht gestaltete Lobpreissandacht hinzugekommen. In den Wintermonaten laden reihum unterschiedliche internationale Gemeinschaften zum „Gebet für die Stadt“ ein. Dabei handelt es sich um einen Gebetsabend, der in der jeweiligen Tradition durchgeführt wird. In der Weihnachtszeit besucht eine interkulturell zusammengesetzte Gruppe die umliegenden Altenheime und erfreut die Senioren mit Liedern und kleinen Geschenken. Der Gottesdienst am Gemeindefest wird zusammen mit der Koreanischen Gemeinde gestaltet. Viermal im Jahr bietet die Gemeinde einen Abendgottesdienst in englischer Sprache an, der außer von interessierten Deutschen vor allem von anglikanischen Christen besucht wird. Der Versuch einer internationalen Kinderbibelfreizeit in der Osterzeit blieb unvollendet, weil sich nur deutsche Kinder angemeldet hatten doch im Mitarbeiterteam wirkte eine junge Predigerin aus den Philippinen mit. Eine besondere Erfahrung war 2018 eine gemeinsame Fahrt auf den Spuren Martin Luthers. 27 Christen und Christinnen verschiedenster Sprachen nahmen an dieser Studienreise teil, die deutsche und anderssprachige Teilnehmer sehr miteinander verbunden hat.

4.) Wie erhält man weitere Informationen?

Adresse: Ev. Luth. Deutschhauskirche Würzburg, Schottenanger 13; 97082 Würzburg

Kontakt: Pfarrer Gerhard Zellfelder, Email: pfarramt.deutschhaus.wue@elkb.de, Tel. 0931/417894; Diakon Dirk Rothmann Tel. 0931/42547

Website: www.deutschhauskirche-wuerzburg.de

Projekt „Christen für die Stadt“: https://www.facebook.com/pg/CFDSWuerzburg/posts/?ref=page_internal