1.) Wie ist die Gemeinde kirchlich angebunden? Wann und wie hat sie sich interkulturell geöffnet?

Die evangelische Kirchengemeinde Langerfeld ist eine volkskirchlich geprägte Gemeinde am Stadtrand von Wuppertal. Mit ihrem Leitbild „Wir wollen Kirche im Dorf sein“ zeichnet sie eine sozialdiakonische und stadtteilbezogene Ausrichtung seit Jahren aus. Im Januar 2017 hat eine größere Gruppe iranischer Geflüchteter Kontakt zu der Langerfelder Gemeinde aufgenommen, die in einer Erstaufnahmeeinrichtung im Nachbarstadtteil untergebracht waren. Nach einem Taufkurs wurden 16 Iraner*innen getauft, von denen eine große Anzahl weiterhin zur Gemeinde gehört. Der Taufgottesdienst war Initiationsdatum eines Prozesses der interkulturellen Öffnung der Gemeinde. Für Kinder haben deutsche Gemeindeglieder Taufpatenschaften übernommen und aus diesen sind freundschaftliche Beziehungen und Integrationspatenschaften gewachsen, indem die Taufpaten bei behördlichen Angelegenheiten, Kindergarten- und Schulsuche, sowie Spracherwerb unterstützen und Ansprechpersonen sind.

2.) Besteht die Gemeindeleitung aus Zugewanderten und Einheimischen?

Im Presbyterium ist derzeit (noch) niemand der iranischen Gemeindeglieder involviert. Ein Iraner hat einen Trainingsleiterschein absolviert und leitet ein Fußballprojekt der Gemeinde, das auf interkulturelle Integration und Gewaltprävention unter Jugendlichen setzt.

3.) Wie gestaltet die Gemeinde ihre Gottesdienste und anderen Angebote interkulturell?

Iranische Gemeindeglieder nehmen an den deutschsprachigen Gottesdiensten teil. Mit Beschluss des Presbyteriums werden regelmäßig 1-2x monatlich biblische Lesungen auf Farsi gehalten. Eine Gelegenheit zum Gespräch und Austausch ist das Kirchenkaffee im Anschluss an den Gottesdienst. Kinder und Jugendliche nehmen am Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht teil. Eine projektorientierte Zusammenarbeit gibt es zwischen einem Frauenkreis und iranischen Frauen, die für ein Fest gemeinsam einen Essensstand betreut haben. Nach Anregungen eines Studientages „Kirchesein mit Geflüchteten“ der rheinischen und westfälischen Landeskirchen sowie der VEM, bei der eine deutsch-iranische Gruppe aus der Gemeinde teilgenommen hat, wurde das persische Nourouz-Fest gefeiert und ein deutsch-iranischer Hauskreis gebildet, der sich monatlich zu Austausch, Bibelgespräch und Gebet trifft. Diese Initiativen entsprechen dem Wunsch nach einem intensiveren wechselseitigen Austausch, nachdem in der ersten Phase vor allem Fragen der diakonischen Unterstützung für die Geflüchteten standen. Ein regelmäßiger Austausch hilft auch dazu, Konflikte und konfliktive Dynamiken auch innerhalb der Gruppe besser aufnehmen und lösen zu können. Für die weitere Entwicklung und Reflektion ist die Gemeinde eingebunden in ein Netzwerk „Kirche sein mit Geflüchteten“ in der Region des Ökumenepfarramts Bergisch Land und in die Forschungsgruppe „Migrationskirchen in Niedersachsen“.

4.) Wie erhält man weitere Informationen?

Kontakt: Pfarrerin Dr. Heike Ernsting, Email: heike.ernsting@ekir.de

Adresse: Ev. Kirchengemeinde Langerfeld, Kirchplatz 1, 42103 Wuppertal, Telefon: (02 02) 97 440 – 120; Email: platz@evangelisch-wuppertal.de

Website: www.kirche-langerfeld.de

Gottesdienst: Am Sonntag feiern wir in der Regel um 9.30 Uhr Gottesdienst in der Alten Kirche (Odoakerstraße 5) und um 11.00 Uhr in der Beckacker Kirche (Samoastraße 16).