1.) Wie ist die Gemeinde kirchlich angebunden? Wann und wie hat sie sich interkulturell geöffnet? 

Die Johanneskirche ist seit 2003 die Citykirche des Kirchenkreises Düsseldorf. Sie will überparochiale Kirche sein, moderne Stadtmission betreiben, neue Gottesdienst- und Vermittlungsformate entwickeln und große Kirchenmusik kultivieren. Als täglich ganztägig geöffnete Kirche mit Foyercafé ist sie Anlaufpunkt für Neugierige, Stadtbummler, Atheisten und Touristen. Der vergleichsweise hohe Anteil von Gästen aus anderen Ländern ist durch die Flüchtlingsbewegung seit 2015 sichtlich gewachsen. Die internationale Gruppe an der Johanneskirche stellt keine eigenständige Einheit dar. Es handelt sich um Einzelpersonen und Gruppen aus verschiedenen Herkunftsländern, die in der Citygemeinde Anschluss und Gottesdienstheimat finden. 

2.) Besteht die Gemeindeleitung aus Zugewanderten und Einheimischen?? 

Die Johanneskirche/Stadtkirche ist formal gesehen keine Gemeinde und hat daher kein Presbyterium. Seit November 2017 ist eine Pfarrerin z.A. durch die Landeskirche an die Johanneskirche entsandt. Sie ist in Hongkong geboren, dreisprachig und mit freikirchlichem Leben vertraut. Zugewanderte engagieren sich ehrenamtlich z.B. im Liturgen-Team, das Kontaktformen testet und Leitungsaufgaben übernimmt. Mehrere muttersprachliche Übersetzer gehören zum engeren Kreis der Mitverantwortlichen. Der internationale Kinder- und Jugendchor, mit dem die Kirche vor allem gottesdienstlich kooperiert, hat einen eigenen Vereinsvorstand. 

3.) Wie gestaltet die Gemeinde ihre Gottesdienste und anderen Angebote interkulturell? 

Neben dem klassischen Sonntagmorgengottesdienst, an dem viele Migranten auch mit geringen Deutschkenntnissen teilnehmen, sich ins Ritual einüben und zum Teil der Abendmahlsgemeinde werden, finden die Abendgottesdienste – Choral Evensong und Johannesmesse – den größeren Zulauf. Diese schaffen mit ihrer klaren Liturgie, ihrer Feierlichkeit und dem eindrucksvollen Chorgesang einen Meditationsraum, der nicht allein an der Wortvermittlung hängt, und den Kirchenfremde wie Zugewanderte schätzen. Praise-Gottesdienstformen, die besonders den anglophonen Gemeinden in der Stadt vertraut sind, sind als Ökumene-Gottesdienste im Test. Die „zweiten Feiertage“ zu den Hauptfesten Weihnachten, Ostern und Pfingsten werden gottesdienstlich als interkulturelle Feiertage entwickelt. Die „7L7L“-Liturgie („sieben Lesungen, sieben Lieder“), die der anglikanischen Tradition entstammt, eröffnet auch Menschen, die nur wenig Deutsch sprechen, einen ersten Zugang zum gottesdienstlichen Leben der Gemeinde. Eine Auswahl von Gottesdienstbeispielen, Podcasts und Messenger-Konzerten (Freitagskonzerte mit kurzer Botschaft) sind auf der Johanneskirchen-Website und bei YouTube abrufbar. Unter der Woche sammeln sich die Migranten zu ‚Erste-Hilfe‘-Sprachkursen und Konversationsgruppen, die von Ehrenamtlichen geleitet werden. Die starke Nachfrage nach Konversion zum Christentum hat neu konzipierte Taufkurse und in der Folge Glaubenskurse für Neugetaufte nötig gemacht, während sich die mehr beobachtend Interessierten im unterhaltsamen „Integrationskurs Christentum“, kurz „i-Kurs“ genannt, ins liberale Alltagsleben des christlichen Abendlands einführen lassen. 

4.) Wie erhält man weitere Informationen? 

Adresse: Martin-Luther-Platz 39, 40212 Düsseldorf

Kontakt: Pfarrer Uwe Vetter (uwe.vetter@evdus.de) und Pfarrerin Dr. Yee Wan (yeewan.so@evdus.de), Tel. 0211 135898 

Website:  www.johanneskirche.org

Gottesdienst: sonntags 10.00 Uhr

Youtube: www.youtube.com

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