Kirche im Hof / Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West

1.) Wie ist die Gemeinde kirchlich angebunden? Wann und wie hat sie sich interkulturell geöffnet? 

Die Kirche im Hof ist eine Baptistengemeinde im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, mit 240 Mitgliedern, Familienangehörigen und Freuden. Sie hat vor zehn Jahren auf ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, sich zur Internationalen Gemeinde weiter zu entwickeln. Damals gehörten kaum Migranten zur Gemeinde. Heute haben ein Drittel Migrationserfahrung. Der Gottesdienstbesuch ist seitdem von 60 auf 110 gestiegen. Wesentliche Schritte auf diesem Weg: Gewährung von Kirchenasyl (seit 2010 für 16 Personen), Gastfreundschaft für Migrantengemeinden, bewusste Öffnung für Geflüchtete aus Syrien und dem Irak ab 2015, Anstellung einer arabischsprachigen Mitarbeiterin ab 2015, Ehrenamtliche Mitarbeit von 40 arabischsprachigen Flüchtlingen beim Erweiterungsbau des Gemeindezentrums 2016.

2.) Besteht die Gemeindeleitung aus Zugewanderten und Einheimischen? 

Unter den acht Angestellten (zwischen 100% und 450-Euro-Job) sind zwei Eritreer, zwei Amerikaner, eine Deutsch-Syrerin und vier Deutsche. Die ehrenamtliche Gemeindeleitung besteht nur aus Einheimischen. Eine Mitarbeiterin ist verantwortlich für die Begleitung im Ehrenamt, um den Anteil von Migranten in allen Bereichen zu erhöhen. Wesentlich ist die ehrenamtliche Koordination der Raumnutzung durch bis zu 26 Gruppen. 

3.) Wie gestaltet die Gemeinde ihre Gottesdienste und anderen Angebote interkulturell? 

Grundsätzlich sind alle Angebote so ausgelegt, dass Migranten und Einheimische gleich gerne und gleich bedeutend dabei sind, unabhängig von ihrer Konfessions- oder Religionszugehörigkeit. Die deutschen Gottesdienste werden jeden zweiten Sonntag ins Arabische übersetzt, bei Bedarf auch ins Englische. Im Foyer liegt für alle, die nicht gut Deutsch sprechen, ein Predigtskript zum Mitlesen im Gottesdienst aus. 

Spezielle Angebote der Inklusion sind zum Beispiel die Internationale Wandergruppe oder der Internationale Gospelchor. Es bestehen viele Patenschaften zwischen Einheimischen und schon länger in Deutschland lebenden Migranten sowie Neuankömmlingen. 

Um den geistlichen Bedürfnissen von nicht-deutschsprachigen Migranten gerecht zu werden, finden Gottesdienste auf Chinesisch (jede zweite Woche durch eine Gastgemeinde), auf Tigrinia (jede Woche durch eine Gastgemeinde), auf Arabisch und auf Englisch (jeweils einmal im Monat) statt. In allen Sprachen gibt es Angebote zu Bibellesen und Gebet. 

In den Mitarbeiterkreisen (z.B. Winterspielplatz, Jugendgruppe, Kindergottesdienst, Catering bei Gemeindefesten) sind Migranten beteiligt. 

Speziell auf die Bedürfnisse von Migranten ausgerichtet ist das Programm „Deutsch lernen bei Freunden“ mit fast ausschließlich ehrenamtlichen Unterrichtenden, der Nähkurs „Mit dem größten Vergnügen“ und die Empowerment-Gruppe „Starke Frauen“. 

4.) Wie erhält man weitere Informationen?

Adresse: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West, Kirche im Hof, Friedrich-Ebert-Str. 102, 34119 Kassel

Kontakt: Gemeindepastor Frank Fornaçon, pastor@efg-kassel-west.org; Gemeindereferentin Annika Schmale familienzentrum@kirche-im-hof.de

Webseite: efg-kassel-west.org

Gottesdienste:

Deutsch: Sonntags 10 Uhr, jeden zweiten Sonntag Übersetzung ins Arabische, bei Bedarf auch ins Englische, Rumänische, Chinesische, Japanische, Spanische, Französische und Kurdische. 

Arabisch: Einmal im Monat sonntags um 12.30 Uhr 

Tigrina: Samstags um 15.00 Uhr

Chinesisch: Zweimal im Monat samstags um 15.00 Uhr

Kirche im Hof / Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West
Friedrich-Ebert-Str. 102
Kassel Deutschland